Über mich

An dieser Stelle findet sich  kein tabellarischer Lebenslauf. Vielmehr ist es meine Absicht, die “bewegendsten” Umstände meines Berufslebens widerzugeben. Dabei spielt natürlich auch die DAB Bank eine wesentliche Rolle, da ohne diese Erfahrungen – vor allen Dinge zum Ende meiner DAB Zeit – die Fidor Bank nicht denkbar wäre.

Wie alles begann – stürmische Gründungszeit der DAB Bank

Am 16. Mai 1994 haben wir – nach 9 Monaten der Vorbereitung – die Direkt Anlage Bank gegründet. geschaeftsjahr95Damals war ich 29. Ideengeber für dieses Konzept waren Dr. Gerhard Huber und Martin Kölsch. Es war eher der Zufall des Lebens, dass ich mit anwesend war, denn 2 Jahre zuvor war ich noch der Überzeugung, dass ich nach einem kurzen Zwischenstopp im Banking meine Hotellaufbahn fortsetzen werde. 3 Jahre später wurde ich Vorstand dieser Bank.

WWW Aktien OrdernMeine berufliche Zeit im Hotel (u. a. „Vier Jahreszeiten“ in München und „Hyde Park Hotel“ in London) habe ich dennoch weder vergessen noch bereut. Die Erfahrungen, die man in dieser Branche macht, prägen jeden von uns ein Leben lang. Wesentlicher Faktor ist dabei der Wille zur Dienstleistung. Mit diesem Willen und dieser Ausbildung war ich der berühmte „bunte Hund“ im Banking, denn schon damals stand der Kunde nicht immer im Mittelpunkt allen Denkens und Handelns.

Die mediale und technische Entwicklung unterstützte auch meinen persönlichen Werdegang. Mit der Entwicklung von Direktbank-Konzepten und der Entstehung des Internets wurde ein Konzept wie die DAB Bank zu einem ernstzunehmenden Anbieter.

Hatten wir im Mai 1994 0 Kunden, so waren es nach dem Börsengang im November 1999 – kurz zuvor fand aus „Story-Gründen“ der Fototermin mit Bill Lafontaine_Werbung_DAB BankGates in den Räumen der HVB statt – nach dem ersten Quartal 2000 rund 250.000.

Hierzu hatte unsere Innovations-Geschwindigkeit ebenso beigetragen wie auch ein neues und frisches Kommunikationsverhalten inklusive eines pointierten Werbeauftritts. Ein Beispiel hierfür war unsere Kampagne mit Oskar Lafontaine. Die Älteren unter uns werden sich daran erinnern, dass er kurz nach Amtsantritt als Finanzminister das Weite suchte. Ohne zu fragen, hatten wir sein Konterfei verwendet, was uns ein Gerichtsverfahren und eine Strafe von 100.000 Euro einbrachte. Das Angebot, dass wir diese 100.000 Euro spenden würden, lehnte Oskar Lafontaine ab. Somit zahlten wir ihm also dieses Geld – und hatten einen herrlichen medialen “Aufreger” geschaffen, in dessen Folge sogar die Illustrierte “Die BUNTE” unsere Anzeige abdruckte und über den Vorgang berichtete.

Die FBill Gates 1999usion (ab 1998) der Bayerischen Hypotheken- und Wechsel-Bank (damaliger Hauptaktionär) mit der Vereinsbank konnte die Entwicklung der DAB Bank nicht aufhalten. Nach anfänglichen Schwierigkeiten hatte man eine gemeinsame Strategie und Vorgehensweise entwickelt: Dazu gehörte letztlich der Börsengang ebenso wie die spätere Akquise des französischen Brokers Selftrade im Sommer 2000. Diese Akquisition machte die DAB Bank zum einem europäischen Player: Rd. 1.200 Mitarbeiter zwischen in München, Madrid, Mailand, Paris, London und Zürich, rd. 750.000 Kunden über ganz Europa verteilt und alleine in Deutschland 10 Mio. XETRA Transaktionen im Jahr 2000.

 

Mit Vollgas in die Krise

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Zu dieser gemeinsam formulierten Strategie gehörte jedoch nicht, dass der „Neue Markt“ in Folge so mancher Exzesse zusammenbrechen würde. Dieser Zusammenbruch verursachte 10 Quartale sinkende Börsenkurse. Dieses Sinken der Börsenkurse wiederum führte zu einem Verlust an Vertrauen in die Entwicklung eines Hauses wie die DAB Bank. Alles was vorher so glänzend erschien, war konsequenterweise nun zu hinterfragen. Kein Wunder auch, dass aus schwarzen Zahlen rote wurden. Und: im Rahmen der damaligen „strategischen Sinnsuche“ (nach 2001) in der HVB selbst verlor die DAB Bank alle Unterstützer und Fürsprecher im HVB Vorstand. War es vorher schon schwer, einem Hypotheken-Banker den Charakter eines Discount Brokers zu erläutern (noch heute sind so manche von damals der Meinung, dass die DAB eine schlechte Bank sei), so war es in diesen „schwarzen“ Jahren nahezu unmöglich, überhaupt noch einen Ansprechpartner für strategische Diskussionen zu finden.

Nichts desto trotz hatten wir damals nichts unversucht gelassen, die DAB unter eigener Regie weiter zu entwickeln – denn wir waren nach wie vor vom Konzept und der Marktakzeptanz überzeugt. (http://www.manager-magazin.de/unternehmen/it/a-212544.html)

Gemeinsam mit Karl Matthäus Schmidt haben wir mehrfach ein Zusammengehen von ConSors und der DAB diskutiert – Treffpunkt hierzu war immer die Foto_DachRaststätte „Köschinger Forst“ in der Nähe von Ingolstadt. Noch heute sehe ich die Gesichter der Familien und Fernfahrer, die dort eine Pause machten, als auf einmal rd. 15 Anzugträger auftauchten und sofort im Besprechungszimmer verschwanden, nachdem sie in Arbeitsgruppen aufgeteilt wurden. Mit APAX haben wir die Möglichkeiten eines Management Buy Outs zweimal erörtert. Mit Fimatex/Societe Generale haben wir diskutiert, inwiefern die Kombination von Fimatex (Damals wie heute Nr. 1 in Frankreich) und der DAB einen europäischen Champion schaffen kann. Auch mit der ComDirect wurde gesprochen – von allen Optionen war dies allerdings die aus vielen Gründen unbeliebteste Alternative der Konsolidierung.

Unsere Überzeugung war es immer, dass sich der Aktienmarkt erholen werde und damit auch das Konzept der DAB wieder Fahrt aufnehmen wird. Alle Statistiken der Welt belegten schon damals diese Überzeugung: Es wäre die erste Krise am Aktienmarkt gewesen, auf die keine Erholung gefolgt wäre. Unsere Überzeugung war es, dass dieser Moment der Konsolidierung (2000 – 2003) für den Ausbau der Marktmacht genutzt werden hätte können, bei einer gleichzeitigen Verwässerung der HVB als Hauptaktionär – was auch der HVB damals genutzt hätte.

Was es an direktem Konzern-Dialog nicht gab, wurde durch die Konzern PR-Arbeit ersetzt. Wichtige Fragestellungen des Hauptaktionärs erfuhren wir durch die üblichen “Partei-Organe” der damaligen Führung, beispielsweise das Manager-Magazin. So wurde dort immer wieder lanciert, dass die DAB Bank in die HVB integriert oder verkauft werden würde. Schon damals haben wir uns immer wieder die folgenden Fragen gestellt:

  1. Wieso sollte auch jemand eine Bank kaufen wollen, dessen Eigentümer zuvor in den Medien ausschließlich schlecht darüber geredet hat?
  2. Wieso ist es eine Bestrafung, von der HVB verkauft zu werden?
  3. Was würde eine „Konzern-Integration“ faktisch besser werden lassen und wie würde diese konkret aussehen?
  4. Mit welchem Geld wollte man die freien Aktionäre abfinden? etc. etc.

Wie „weitsichtig“ all diese damaligen Äußerungen waren, erkennt man an der heutigen Bedeutung des Internets. Hätte die HVB damals die DAB tatsächlich verkauft, sie hätte – meiner Kenntnis nach – heute überhaupt keinen wesentlichen Ansatz mehr im Internet. Aber, als Hypotheken- und Filial-Banker der ganz alten Schule konnte man damals auf keinen Fall ahnen, dass das Internet eines Tages (das war damals im Jahr 2002!) so eine große Rolle spielen würde. Am Wendepunkt Es sei ihnen auch verziehen. Seit unsere Kanzlerin das Internet als Neuland für uns alle erkannt hat (a. D. 2013) sehe ich die damalige Diskussion auch ganz anders.

Egal. Wie im Manager Magazin http://www.manager-magazin.de/unternehmen/karriere/a-218300.html angekündigt konnte die DAB Bank im Jahr 2003 ein ausgeglichenes Ergebnis vorweisen. Ich konnte und durfte dies jedoch nicht mehr kommunizieren, denn kurz bevor mein damaliger AR-Vorsitzender selbst das Feld räumen musste, wurde mir im November 2002 mitgeteilt, dass man für die Zukunft gerne auf meine Dienste verzichten wolle – nachdem man wenige Wochen zuvor meinen Vertrag formal verlängert hatte. Nach nahezu 10 Jahren war damit meine Beschäftigung mit der DAB zu Ende. Keine einzige Erfahrung aus dieser Zeit möchte ich missen. Daß die letzten Jahre dabei die Aufreibendsten und aus vielerlei Hinsicht wenig erfreulich waren, reduzierte die Trauer über das Ende.

Was geschah danach? Selftrade wurde wenig später – wie immer gefordert – für rd. 70 Mio. Euro veräußert, nachdem wir es im Schulterschluß mit der HVB im Sommer 2000 für ein Vielfaches im Aktientausch gegen DAB Aktien erworben hatten. Vom damaligen Management der HVB blieb m. E. nur Herr Rampl übrig und die HVB selbst ging im UniCredit Konzern auf. Und die DAB ist mittlerweile eine ganz normale Bank geworden, deren treuer Kunde ich natürlich nach wie vor bin.

Konzern oder Selbständigkeit? Selbständigkeit!
Im Jahr 2003 war der Weg in eine unternehmerische Selbständigkeit somit frei (Das Leben und Arbeiten im Konzern stellte sich nicht als Alternative dar).

Während es zum Zeitpunkt der DAB Gründung noch keine so ausgeprägte Venture-Capital-Kultur gab, schon garnicht für Gründer im Finanzdienstleistungs-Segment, stellte sich das Szenario zum Jahresbeginn 2003 gänzlich anders dar. Dies vor Augen haben Martin Kölsch und ich den Entschluß gefaßt, von nun an „auf das eigene Buch“ zu arbeiten. Von Anfang an war klar, dass wir dies nicht alleine machen werden, weswegen wir eine damals recht kleine und übersichtliche Gruppe von Freunden zur Beteiligung an der neu gegründeten Firma bewegen konnten.

In den ersten beiden Jahren haben wir uns noch sehr auf „Investments“ fokussiert. Hierbei war es das Ziel, internet-basierte Konzepte mit Schwerpunkt Finanzdienstleistung zu unterstützen. Auch Selbstgründungen wollten wir nicht ausschließen. Schnell mussten wir lernen, dass jeder selbst bestimmte Fokus dazu da ist, verlassen zu werden. Dementsprechend beteiligten wir uns als kleinste Minderheitsaktionäre am XING Vorläufer OpenBC (dank des Netzwerks von brains-to-venture) ebenso wie an einem „peer-to-peer skill based Gaming Anbieter“ wie Midasplayer, heute king.com. Mehr Fokus auf Finanzdienstleistung hatten Konzepte wie die Zieltraffic AG, die wir mitbegründen durften, oder sharewise.com.

Diese ersten Jahre der Selbständigkeit waren extrem lehrreich. Die Zeit, die man zuvor in Konzern-Diskussionen verbrachte und konnte man nun einsetzen, um am Markt zu lernen. Unser Netzwerk hat uns hier schon sehr früh über die Grenzen Deutschlands hinaus getragen. Auch dies war sehr hilfreich, denn während man in Deutschland im Jahr 2003 noch an den Untergang der Welt glaubte (“Post-Internet-Bubble Schock”) und jede Innovation einstellte, war man London und Zürich für innovative Ansätze grundsätzlich offen, suchte sie sogar.

Diese Freiheit genossen wir außerordentlich. Diese Freiheit führte auch dazu, dass wir uns mit komplett andersartigen Konzepten beschäftigen konnten und so eine Menge an neuen Dingen und Sachverhalten lernten. Diese Lernkurve und die Erkenntnis, dass wir keine professionellen Private Equity Investoren sind, war es, die zur Gründungsidee der Fidor Bank führte.

Fidor Bank: Web 2.0 Banking

In dieser Phase der vielfältigen Beschäftigung mit unterschiedlichsten Konzepten konnten wir erkennen, dass die Banken die aktuellen Entwicklungen im Netz nicht sahen oder nicht verstanden. Während um uns herum Facebook, Twitter, Amazone, Ebay, iTunes, iPhone, Paypal (würde es Paypal heute geben, wenn die Banken nicht geschlafen hätten?) und vieles vieles mehr entstanden, tat sich bei den Banken nichts. So kamen wir zu der Überzeugung, dass diese Entwicklungen im Netz früher oder später auch das Retail-Banking betreffen und verändern werden.

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Gemeinsam mit unseren damaligen und heutigen Aktionären haben wir uns seit diesem Zeitpunkt (ca. zweite Hälfte 2006) auf die Reise gemacht, diese These zu beweisen. Alle sind wir davon überzeugt, dass das Internet die Retail-Bankenlandschaft so sehr verändern wird, wie es das auch in den letzten Jahren mit der Musikindustrie oder der Zeitungsindustrie getan hat. Wir werden sehen, ob wir Recht behalten.

Eine Bitte zum Abschluss:

Ich habe hier die Geschichte aus meiner Sicht erzählt. Dabei habe ich mich um Objektivität bemüht – was sicherlich nicht durchgängig gelungen ist. Vollständig ist sie sicher nicht. Sollten Sie ein Wegbegleiter der damaligen – oder auch heutigen Zeit – sein, so würde es mich freuen, wenn Sie Ihre Ergänzungen zu meinen Schilderungen machen würden – auch wenn sie kontrovers oder negativ sind. Sie sind der Meinung, dass meine Interpretation der Geschichte nicht richtig ist? Dann schreiben Sie das als Kommentar. Oder Sie haben eine Anekdote aus der damaligen DAB Bank Zeit – her damit. Oder Sie waren ein Mitglied des damaligen HVB Vorstands und lassen Ihre Sekretärin nun die „Wahre Geschichte“ zu den damaligen Vorgängen hier eintragen. Auch das würde mich freuen! Oder aber Sie sind ein Kollege und Mitarbeiter – von heute oder damals – oder ein Investment-Banker der damaligen Zeit, oder ein Wettbewerber aus alten Tagen… Auch Ihr Beitrag zur Abrundung dieser Geschichte freut mich!

Comments

  1. Lieber Matthias, du bist immer mein Lieblingskonkurrent gewesen! Schade das es damals mit der Fusion nicht geklappt hat. Dann hättest du auch ein wenig von der Innovationskraft von ConSors profitiert :-) Und ein echter unabhängiger Marktführer – frei von Konzernräson wäre geboren gewesen! Schade. Sei’s drum. Wir beide sind unseren Weg gegangen. Dir alles Gute bei der weiteren innovativen Entwicklung der Fidor Bank.
    Und zum Schluss: Die Geschichte oben ist schon war – seitdem hat die Branche nicht mehr allzu viel Innovationen geschafft. Aber dass gerade du – der an Selbstbewusstsein strotzende Banker und FC Bayern Fan um Korrektur seiner Geschichte bittest – hat mich schon sehr überrascht! Das ist auch innovativ – mach weiter so ! Dein Karl :-)

  2. Mario Raabe says:

    Lieber Herr Kröner, über die Zeit in der DAB gibt es zu viele schöne Geschichten und jeder, den ich aus dieser Zeit treffe, hat sofort ein paar Highlights parat. Ich erinnere mich an eine Veranstaltung für die gesamte Belegschaft kurz vor dem IPO, bei dem sie sagten: “in diesem Raum befinden sich viele junge Menschen, die es weit bringen werden, eines Tages selbst in verantwortungsvollen Positionen sind und den Spirit der DAB weiterleben”. Wann man sich mal so umschaut, was aus den DABlern der Gründerzeit so geworden ist, dann muss ich sagen: RESPEKT! Die DAB war ein INKUBATOR für Talent und Innovation. Ihr DARAABMA

    @Herr Schmidt: Hat wirklich Spaß gemacht, Ihr Konkurrent zu sein.

  3. Mario Raabe says:

    Mist – blöde iPhone typos :-(

  4. Herr Kröner, als ich mich vor 2 Jahren bei Ihnen vorstellte, war mir nicht im Geringsten klar, inwieweit diese neue Aufgabe meine Denke über Geld, Finanzen und Brokerage verändern würde. Innerhalb kurzer Zeit war ich “angefixt” von der Vision des Global Peer-2-Peer Bankings bzw. Community Bankings. An dieser Tatsache hat sich nichts geändert – im Gegenteil: Ich gehe “long” – Great Job, Boss!

  5. Warum wundert es mich nicht, das DIESE über mich Seite etwas aus dem Rahmen fällt 😉

    Interessant zu lesen und ich bin gespannt, wie viele Stimmen aus alten Zeiten es dazu noch geben wird.

    Als in in der DAB angefangen habe, hatten wir einen Platzmangel, der dazu geführt hat, das ich mir mit einem Kollegen einen Arbeitsplatz teilen musste. Auch eine Möglichkeit, sich schnell besser kennen zulernen ;).
    Das Zeitweise das Stromnetz an der Grenze stand, die provisorische Klimaanlage auch in der Nacht manuell geleert werden musste, die Dynamik sich manchmal selbst überholt hat, war spannend mitzuerleben.
    Es war manchmal nicht ganz einfach, es war IMMER spannend und extrem dynamisch, aber es war auch sehr lehrsam.
    Es hat zusammengeschweißt, auf eine Weise, die man heute nur selten findet und man hatte das Gefühl, ein Teil des Ganzen zu sein. Ich kann mich noch gut an den Umzug in die Landsbergerstrasse erinnern, als wir in der IT am ersten offiziellen Tag alle in schwarz und mit Einlaufmusik Highway to Hell eingelaufen sind, und das alles doch erstaunlich glatt gegangen ist.

    In all den Zeiten, egal wie hektisch sie waren, hatte ich immer das Gefühl, das auch auf ihrer Ebene immer Offenheit gegenüber konstruktiver Kritik herrschte, DAS findet man noch seltener. Es war anstrengend, es war hart, aber es war auch, salopp gesagt, ‘eine geile Zeit’. Danke dafür!

    Gruss und alles Gute
    Raphael

  6. Lieber MK (so sprach man sich damals übrigens in mails an),
    das Lesen Ihres “Nicht-Lebenslaufs” hat mir das eine oder andere Schmunzeln & Lächeln und Kopfnicken sowie -Schütteln verursacht. Danke dafür.
    Ich hatte die große Chance & Herausforderung (sic est!), Sie ab ’94 für einige Jahre in der DAB als Chef(chefchefchef) “erleben&erfahren” zu dürfen. Und kann nur bestätigen, auch als Angstellter und späterer Manager, war es eine aufregende und bewegte Zeit.
    Von dem was ich damals gelernt habe, kann ich auch heute noch sehr gut profitieren.
    Und nur bestätigen: Genauso, wie sich damals das Brokerage gewandelt hat, wird sich das (tägliche) Banking ändern. Sicher ein große Chance für Online Spezialisten und eine noch größere Herausforderung für klassische Retailer.
    Ich wünsche ihnen viel Erfolg mit Fidor – nun gut, nicht zu viel…
    Lieben Gruß aus Nürnberg
    Kai Friedrich

  7. gamze miozga says:

    lieber mk,
    ich musste an einigen stellen in dieser vita-aufzeichnung schmunzeln und heftig nicken und ertappe mich ein wenig dabei, diese gute alte zeit zu vermissen. danke also für den unerwarteten trip in die vergangenheit und die schilderung deiner sicht der dinge.

    ich startete anfang 95 bei der dab – damals als mitarbeiterin nummer 80 oder so. anfangs im callcenter, später in der kundenbetreuung und im transaktions-management und zu guter letzt im sogenannten programme-management. ich erinnere mich an einen unglaublichen zusammenhalt. irgendwie war es eine verschworene gemeinschaft, die wir da hatten (zumindest bis 2001, als ich dann das haus verließ. wieviel mitarbeiter waren es wohl zu dem zeitpunkt, ca 800?). und es ist heute noch irgendwie wie familie, wenn man sich zufällig irgendwo wieder trifft. Die gesprächsthemen gehen jedenfalls nicht aus 😉
    ich erinnere mich an viele hitzige diskussionen, wie man dinge denn doch noch anders machen hätte können. und wir haben vieles anders gemacht – in meinen augen der erfolgsfaktor.
    an freunde, die mir vorwarfen, bei einer sekte gelandet zu sein. wobei hatte ich damals eigentlich noch freunde ausserhalb der dab??! 😉
    an den umstand, dass die firmensprache plötzlich englisch war und die dab “paneuropäisch”.
    an jederzeit offene türen und ohren.
    an geniale firmenfeiern.
    und und und.
    klar war nicht immer alles eitel-sonnenschein. ausfälle des ordersystems teilweise an der tagesordnung. vollgelaufene leitungen mit kunden, die sich über die warteschleifenmusik beschwerten (don´t worry, be happy) etc. auch. aber wie raphael weiter oben schon meinte: es war eine geile zeit!
    ich habe viel gelernt – und profitiere heute noch davon. danke dafür.
    herzlichst, gm

  8. Hallo Herr Kröner!

    Wirklich spannend zu lesen und das weckt auch den Wunsch nach mehr. Vielleicht gibt’s einmal eine Autobiografie? Oder gibt’s in Ihrem neuen Buch mehr im Stile von ‘über mich’?

    Schöne Grüsse
    Markus Meister

  9. Matthias Kröner says:

    Lieber Herr Meister, erst einmal vielen Dank für das Feedback. Ja, auch ich finde es total spannend, teilweise auch sehr bewegend, was hier nun in den wenigen Tagen von den einzelnen Kommentatoren zusammen getragen wurde – vielen Dank an alle an dieser Stelle! Jeder Beitrag löst ein massives “Kopf-Kino” aus. Unglaublich.
    Zur Thematik Autobiografie: Diese hat als Kernannahme, dass ich wichtig wäre. Bin ich aber nicht. Es sind die Erlebnisse eines Teams. Mal sehen, was da noch zusammen kommt. Und mal sehen, ob wir dann daraus was machen. Aber wenn, dann alle miteinander… 😉 Nochmals Dank an alle! mk

  10. Mario Raabe says:

    Hallo MK,

    na dann machen Sie sich doch zumindest mal zum wichtigen Teil einer “Reunion” des Pionier-Teams aus den 90igern. Das wäre doch ne tolle Sache, oder? Und zum Kopfkino kann ich sicherlich auch noch mit ein paar “Schlagworte” beitragen: Stromausfall, Deckendurchbruch, 40 Grad (Tonne), Euroumstellung, Jahr 2000, Sonnenfinsternis (auf dem DAB Dach), “Echtzeithandel”, Feldbetten und last, but not least: nicht genug Kontonummern. Ich glaub, den Titel haben wir gewonnen! Oder gibt es noch andere Banken, denen tatsächlich die Kontonummern ausgegangen sind?

    Grüße
    daraabma

  11. Mathias König says:

    @Matthias Kroener: Ich habe gerade die “Über mich-Seite” gelesen und die damalige DAB-Zeit Revue passieren lassen, die auch mich bis zum heutigen Tage massgeblich (positiv) geprägt hat! Wir waren eine oftmals auch pragmatisch-chaotische, aber immer sehr agile, flexible und sehr innovativ und vor allem kundenorientierte Truppe! Mein intravenös verabreichtes Kundenorientierungs-Gen habe ich HIER bekommen!
    Das begann mit der ersten Schulung und wurde später durch spätere Chefs weiter verfolgt.
    Zu ihnen ist bis heute der Kontakt nie ganz abgebrochen.
    Ich bin uns allen dankbar für die tolle DAB-Zeit und die damalige Anreicherung des Schatzes an Lebenserfahrung!
    Es war eine supertolle Zeit, die – jedenfalls für mich – bisher einmalig war!!!

  12. Angelika Ruhhammer says:

    Lieber MK, als MA der ersten Stunde; Personal-Nr. 3 läuft beim Lesen Ihres Lebenslaufes ein Mega-Film ab und ich kann nur sagen es war eine Zeit einer großartigen Gemeinschaft, die sich da beim nehmen aller Hürden entwickelt und weiter entwickelt hat. Ich denke sehr gerne daran zurück und kann hier nur sagen, Sie waren und sind Ihrer Zeit immer ein großes Stück voraus. Nochmals Danke für diese lehrreiche und höchst interessante Ära. Mit den besten Wünschen Angelika Ruhhammer

  13. Michael B. Bußhaus says:

    Hallo Matthias,
    kennengelernt haben wir uns erst in der Post-DAB-Zeit, aber aus Mitbewerber-Sicht habe ich Dein Handeln immer verfolgt. Ich war damals bei den “Blauen”” (BANK 24), die innerhalb des DB-Konzerns die “(ungeliebten) Turnschuh-Banker” aus Bonn waren. Eigentlich ging es nur darum, die Mitbewerber aus DAB, Consors und comdirect irgendwie auszustechen: Wer hat das beste Chartmodul (das erste war von der Firma Multichart), wer hat die meisten Direkthandelspartner, wer hat den besten Content, und: bei wem konnten die meisten IPOs gezeichnet werden, die bei Schnigge oder L&S im “Handel per Erscheinen” schon mindestens 100% gemacht haben.

    Damals war unsere Branche auch noch mit einem Stand auf der CeBit vertreten – heute undenkbar…Die BANK 24 wurde dann schlauerweise in Deutsche Bank 24 umgetauft, das Brokerage 24 (der Name war nicht international genug) in maxblue (auch wenn bei der ersten Kundenbefragung maxblue als “Duschgel” identifiziert wurde) und dann folgte eigentlich die Rolltreppe abwärts. Schade, die Pläne für den Börsengang der BANK 24 lagen fertig in der Schublade… 😉

    Un dann gab es da noch die Geschichte mit dem Banner, auf der die Konkurrenz-Broker als Schnecke dargestellt wurden und mit einem Hammer kaputt gehauen wurden…ich weiß nur nicht mehr, wer dann wen abgemahnt hat, ich glaube Consors uns…

    Schön war´s :-)

    Grüße aus Köln
    Michael B. Bußhaus

  14. Eine hochinteressante Story, die aber auch viel über den Innovationsgeist in Deutschland damals und heute aussagt. Über Bremser und Blockierer, die es neuen und innovativen Ideen sehr schwer machen, sich wirklich durchzusetzen. Zum Glück gibt es Personen, die dem allen trotzen.

    Ich finde Ihre Aktivitäten im Finanzumfeld hochspannend, auch Ihre Beteiligungen, bin recht vertraut mit Sharewise 😉

    Ihnen weiter viel Erfolg!

  15. test

  16. Freundliches Hallo Herr Kröner, beeindruckende Vita. Vorallem der Part vom Hotel zur Bank in 3 Jahren. So spielt das Leben… :)

    Alles Gute!

    Beste Grüße
    Benjamin Quadt

  17. Da Sie unser Anschreiben nicht im geringsten zu interessieren scheint, werden wir am Montag unseren Anwalt einschalten und Strafantrag gegen den Vorstand der Fidor-Bank stellen. Es reicht!

  18. Hallo Herr Kröner,

    und Grüße auch an alle anderen DAB’ler die hier schon geschrieben haben. Ich war zwar nur von 1999 bis 2002 dabei, aber genug passiert ist da auch. Deswegen auch von mir ein paar Stichworte:
    -IPO
    -Valentins-Depots
    -Volle Queues bei 10000 Anträge an Spitzentagen
    -4 große Kodak Scanner die permanent gelaufen sind
    -Zu wenig Platz – her mit den Containern 😀
    -DAB-Factory -> Dottore, wir brauchen ‘ne Poststelle in der Factory
    -Umzug und Zusammenführung des Archivs im Keller der Factory
    -Und ein paar der besten Firmenveranstaltungen die der Planet gesehen hat (Berdux-Studios, Vier Jahreszeiten, Park-Cafe)

    Zu Schade daß ein paar verstaubte Dinosaurier nicht die gleiche Vision und Weitsicht hatten wie Sie Herr Kröner.

    Es war eine Wahnsinnszeit mit klasse Kollegen und einem noch besseren Klima.

    Alles Gute und beste Grüße
    Georg Markakis a.k.a. Dottore a.k.a. Poststellenminister

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